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DLR kauft Prototyp

Oberpfaffenhofen - Im Rahmen der Insolvenzversteigerung des
Regionalverkehrsflugzeugs Dornier Do 728 hat das Deutsche Zentrum für
Luft- und Raumfahrt (DLR) den Zuschlag für die Übernahme des ersten
Prototypen bekommen. Drei DLR-Institute wollen das Flugzeug gemeinsam
für Forschungsarbeiten der Kabinenakustik und Kabineninnenströmung
nutzen: das DLR-Institut für Strukturmechanik, das DLR-Institut für
Aerodynamik und Strömungstechnik und das DLR-Institut für
Aeroelastik.
Der Komfort spielt in der modernen Flugzeugentwicklung eine
wesentliche Rolle. Neben der Luftqualität wird die Behaglichkeit in
der Kabine durch die Lärmeinwirkung auf die Flugpassagiere bestimmt.
Hauptentstehungs- und Transportmechanismen des Schalls sind
Druckschwankungen der turbulenten Grenzschicht auf der Außenhaut des
Flugzeugs, Antriebsgeräusche und die Klimaanlage. Geräusche gelangen
über den Rumpf in den Kabineninnenraum, aber auch über den
Kabinenboden.
Neu entwickelte Methoden und Systeme der aktiven
Schwingungsberuhigung und Schallunterdrückung müssen im
Originalmaßstab überprüft, ihre Tauglichkeit nachgewiesen werden. Zu
entwickelnde und eingesetzte computergestützte Verfahren verlangen
eine experimentelle Validierung, die entscheidend von der Qualität
verfügbarer individueller Testdaten abhängig ist.

Das DLR verfügt mit den Kompetenzen in

- Aeroakustik
- Aerodynamik für Kabineninnenströmung
- Strukturdynamik
- Adaptronik und
- Leichtbau

über die Kompetenzen, um die gesamten Pfade der Schallentstehung und
Schalltransmission in einer Flugzeugkabine zu erforschen und
geeignete Maßnahmen der Schallreduktion zu entwickeln. Jede der
beteiligten Fachdisziplinen verfügt über spezialisierte
Versuchsanlagen, die sowohl grundlagen- als auch
anwendungsorientierte Messungen unter Simulation der Verhältnisse im
fliegenden System ermöglichen.
Eine intakte, direkt zugreifbare Flugzeugzelle der Do 728 bietet dem
DLR eine einmalige, komfortable Möglichkeit, herausragende Kompetenz
auf dem Gebiet der Kabinenlärmreduktion zu erarbeiten, um Airbus
Deutschland in seiner Verantwortung für die Kabine zu unterstützen.
Der Prototyp der Do 728 wird aus Oberpfaffenhofen nach
Norddeutschland transportiert und voraussichtlich am DLR-Standort
Göttingen aufgestellt werden.