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(17.10.06) - Mit Kind und Kegel zum Protest

Weßling – Zwischen 800 und 1000 Demonstranten aus dem Großraum Starnberg-Germering-München fanden sich gestern in Weßling ein, um ihren Unmut über die neuen Entwicklungen auf dem Sonderflughafen Oberpfaffenhofen kund zu tun. Unterstützt wurde der Protest durch Trillerpfeifen, Liedermacher, Gstanzlsänger und Trommler. In aufgeheizter Umgebung wagte sich lediglich Landwirt Anton Wunderl, ein pro Flughafen-Transparent hoch zu halten.
Es glich einer Völkerwanderung. Per Rad, S-Bahn und Automobil kamen gestern Eltern, Kind und Kegel, um sich dem Protest anzuschließen. Die Polizeibeamten der Inspektion Herrsching sperrten schließlich die Staatsstraße 2068 komplett zwischen Marienplatz in Weßling und Aldi-Kreisel in Oberpfaffenhofen für den Autoverkehr. Selbst das Hausdach diente als Aussichtsfläche für Familien mit Kindern. Der Buhmann war schnell gefunden. Richtete sich doch die Wut der demonstrierenden Bürger eindeutig gegen die CSU und gegen Edwin Grabherr, Geschäftsführer der Edmo-Flughafenbetreibergesellschaft. Ruppert Schmidt aus Hochstadt sagte gegenüber dem Bayerischen Rundfunk: „Das Problem wäre ganz schnell gelöst. Die Leute bräuchten bloß bei der nächsten Wahl nicht wieder die CSU zu wählen.“ Weßlings stellvertretender Bürgermeister Otto Kriwetz überbrachte das Grußwort der in Urlaub weilenden Bürgermeisterin Monika Meyer-Brühl und versicherte, dass sich jetzt auch seine Gruppierung der Freien Wähler gegen die Pläne der Edmo stelle. Im Übrigen mahnte er an, dass den Weßlingern vorgeworfen werde, sie seien gegen Arbeitsplätze. „Da frage ich mich aber schon, wo sind denn die, die in letzter Zeit am Flughafen 3000 Arbeitsplätze kaputt gemacht haben?“ Tatkräftige Unterstützung versprachen die Grünen-Landtagsabgeordnete Ruth Paulig und die FDP-Bundestagsabgeordnete Sabine Leutheusser-Schnarrenberger. „Wenn die Flughafenbetreiber die Bürger ernst nehmen, dann dürfen sich nicht über das hinweg gehen, was sie bedrückt“, sagte Leutheusser-Schnarrberger. Im Übrigen befürchte sie, dass mit mehr Flugbetrieb und mehr Lärm selbst Handwerksbetriebe schließen müssen. „Das einzige, was dann noch hergestellt wird, sind Lärmschutzfenster. SPD-Landtagsabgeordnete Kathrin Sonnholzner aus Fürstenfeldbruck forderte Politikerkollegen auf, dem Protest Taten folgen zu lassen. Am Rande protestierte Anton Wunderl gegen den Protest. „Für Arbeitsplätze, für den Flughafen – die geborenen Weßlinger“ stand auf seinem Transparent. Uli Singer