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13.08.06 - Widerstand formiert sich

Oberpfaffenhofen – Der Widerstand formiert sich. Während über die geplante Öffnung des Sonderflughafens in Oberpfaffenhofen für Geschäftsflieger unterschiedliche Meinung besteht, wird die verlängerte Betriebszeit allgemein kritisiert. Wie berichtet, hat die Edmo-Flughafenbetreibergesellschaft Antrag gestellt, künftig nicht nur Geschäfts- und Taxiflugverkehr abfertigen zu dürfen. Außerdem soll auch am Wochenende bis 21 Uhr geflogen werden.
Kaum haben sich die Gemüter zum Thema Landesentwicklungsprogramm beruhigt, ließ Edmo-Geschäftsführer Edwin Grabherr die Bombe platzen. Kritiker fragen sich, wieso er ausgerechnet und noch vor in Kraft treten des Landesentwicklungsprogramm am 1. September Antrag auf Erweiterung der Nutzung stellte? Hoffte er gar, dass die Flughafengegner wegen der Urlaubszeit allesamt ausgeflogen waren? „Nein, wenn wir den Flughafen wirtschaftlich stabilisieren wollen, müssen wir schnell handeln“, gibt Grabherr Antwort. Der Zeitpunkt für den Antrag sei zufällig so gefallen. Für Unverständnis sorgte die Entwicklung bei Kommunalpolitikern querbeet durch alle Fraktionen. Wie berichtet, lehnte Landrat Heinrich Frey bereits eine Betriebszeit am Wochenende ab. Dem schließt sich auch Harald Schwab, CSU-Bezirks- und Gemeinderat aus Gilching, an. „Der Antrag geht etwas zu weit. Ich hatte eher gedacht, die Edmo bietet eine Begrenzung der Starts und Landungen auf höchstens 20000 im Jahr an.“ Dass die Erweiterung auf Sonn- und Feiertage die Zustimmung des Kreistags findet, glaubt Schwab nicht. „Ich könnte mir noch eine Ausnahmegenehmigung vorstellen, wenn bei RUAG ein Flugzeug gewartet wird und schnell wieder zum Einsatz muss. Aber eine Blanko-Genehmigung halte ich für ausgeschlossen.“
Überrascht von der „überstürzten Entwicklung“ zeigte sich Dieter Moehring, SPD-Gemeinderat in Gilching und ehemaliger Vorsitzender des Vereins Fluglärm. „Ich verstehe, dass die Edmo alles tut, den Flughafen wirtschaftlich zu betreiben. Was aber jetzt geplant ist, ist auf keinen Fall akzeptabel. Ich denke, dass da einige Leute auf die Barrikaden gehen.“ Stellung hat auch die Feldafinger FDP-Vorsitzende Sigrid Friedl-Lausemeyer bezogen. Sie fordert, wie schon Landrat Heinrich Frey, „dass Edmo in einen konstruktiven Dialog mit den Kommunen eintritt, anstatt sie frontal herauszufordern“.
Grünen-Abgeordnete Ruth Paulig nutzte die Gunst der Stunde und holte gleich zu einem politischen Rundumschlag aus. „Das große Jammern hilft nicht weiter“, schreibt sie. Denn die Mehrheit der Bürger habe die CSU gewählt und dürfe sich jetzt nicht beklagen. Vielmehr verweist sie auf ihr Engagement kontra Erweiterung der Flughafennutzung und gegen den Ausbau von TQ-Systems auf Gut Delling. Ihre Vision: TQ-System und ähnliche Firmen sollten sich auf dem Flughafenareal ansiedeln. „Dann kann es zu neuen Synergieeffekten ohne die Öffnung zum Verkehrsflughafen führen.“ Uli Singer