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1.11.05 - Der Wahnsinn muss ein Ende haben

Gilching – „Der Wahnsinn muss ein Ende haben“, sagt Nikolaus Reis. Wie berichtet, weigert sich der Gilchinger Bäckermeister, Sozialversicherungsbeiträge für seine 50 Mitarbeiter anhand von Schätzungen vorab an die Krankenkassen abzuführen. Bei der nächsten Versammlung des Bunds der Selbständigen in München wird er mit einem Transparent auf das Dilemma aufmerksam machen.
„Mich wundert, dass es so ruhig bleibt“, sagt Nikolaus Reis. Seiner Meinung nach müsste nach Bekannt werden des Paragraphen 23, Sozialgesetzbuch Teil 4, unter den Arbeitgebern ein Sturm der Entrüstung ausbrechen. Der Paragraf gibt vor, dass ab Januar 2006 Sozialbeiträge vorab geschätzt, abgeführt und ein paar Tage später wieder neu berechnet werden müssen. „Durch die doppelte Buchhaltung entsteht ein erhöhter Verwaltungsaufwand. Für mich sind das zusätzliche Kosten in Höhe von 5400 Euro pro Jahr“, rechnet Reis vor. Da es jeden trifft, auch die Kommunen, verstehe er nicht, weshalb die jeweiligen Verbände, bis auf die IHK, nicht protestiert haben und sich so ruhig verhalten. „Es wäre ihre Pflicht, diesen Wahnsinn zum Thema zu machen.“ Er selbst hat, wie berichtet, alle Konten für die Krankenkassen sperren lassen und rechnet für seine Mitarbeiter nur ab, was auch tatsächlich verdient wurde. „Es kann mir nichts passieren. Die Krankenkassen bekommen ihr Geld rechtzeitig, jedoch nicht im Voraus.“ Für seinen Boykott sucht Reis Mitstreiter. Dazu lässt er gerade ein Transparent und Infozettel anfertigen. Anlässlich des nächsten „Tag der Selbständigen“ am 21. November wird er das Transparent vor dem ICM aufstellen und die Infozettel verteilen. Da auch Wirtschaftsminister Otto Wiesheu sein Kommen angesagt hat, hofft Reis auf Sensibilisierung für das Thema. „Laut Programm reden die an diesem Tag über alles Mögliche. Was aber den Mittelstand interessiert, wird totgeschwiegen“, ärgert sich Reis. Uli Singer