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Quo vadis Landwirtschaft

Starnberg (5. März 2011) – In eine Zukunft, die immer mehr von europäischen Entscheidungen abhängig ist, blicken sorgenvoll die Landwirte im Landkreis Starnberg.
Bis 2014 soll in Brüssel unter anderem entschieden werden, wie künftig Ausgleichszahlungen geregelt werden. „Für Starnbergs Bauern steht viel auf dem Spiel“, sagte Kreisobmann Georg Zankl am Dienstag auf einer Versammlung im Gasthof Schuster in Hochstadt. Als Referent war Matthias Borst, Agrarwissenschaftler vom Bayerischen Bauernverband, eingeladen. Rund 50 Landwirte hörten sich an, was derzeit im europäischen Parlament diskutiert wird. „Die Vorschläge von EU-Agrarkommissar Dacian Ciolos würden für die rund 415 Bauernfamilien im Landkreis Starnberg erhebliche Kürzungen bei den Ausgleichszahlungen bedeuten“, sagte Borst. Er verwies darauf, dass die Zahlungen ein Ausgleich für die Mehrkosten sind, die Bauern durch die hohen europäischen Standards bei Verbraucherschutz, Tierhaltung um Umweltschutz übernehmen müssen. Dazu komme, dass im Gegensatz zu Deutschland osteuropäische Landwirte weit weniger Grundkosten haben. Um eine Kürzung der Ausgleichszahlungen zu verhindern, stünden in München, Berlin und Brüssel bis 2012 „heiße Beratungen“ an, sagte Borst. Positiv sei, dass Landwirtschaftsministerin Ilse Aigner mittlerweile erreicht hat, die zwei größeren Partner in der EU, Frankreich und Deutschland, „zusammen zu schnüren“. 
Zankl ging außerdem auf die geplante Reformierung der Grundsteuer ein und forderte, dass es zu keiner Mehrbelastung für die Land- und Forstwirtschaft kommen darf. „Es kann nicht angehen, dass eine Feldscheune künftig gleich wie ein Kaufhaus in der Münchner Innenstatt bewertet wird“, appellierte Zankl in Richtung Regierungsverantwortliche. Kritik übte er außerdem an dem so genannten Zukunftsrat der Bayerischen Staatsregierung. „Wir sind ebenso wie viele Kommunalpolitiker des ländlichen Raums über den Bericht des Zukunftsrats irritiert. Wir werden nicht hinnehmen, dass die ländlichen Gebiete zum Restraum der Ballungszentren verkommen sollen, die nur noch Freizeit- sowie Erholungsraum sein sollen und denen seit 1970 bereits viele Acker- und Grünlandflächen entzogen wurden.“