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Die selige Mechthild und der breshafte Mann

Dießen (August 04) - Je mehr sich die Welt dem technischen Einfluss unterjocht, je größer scheint die Sehnsucht nach einer anderen Art der Orientierung. Exerzitien für Manager haben Hochkonjunktur. Es tut aber auch schon eine kleine Wanderung durch die heimische Natur, um Kräfte zu schöpfen.
Zum Beispiel zum Mechthildisbrunnen bei Dießen. Ein Ort, an dem an bestimmten Tagen, dann, wenn es zu dämmern beginnt, tanzende Feen sichtbar sein sollen, weiß Diakon Ludwig Streicher. Dem Quellwasser wird außerdem Heilung bei Augenleiden zugeschrieben. Weit oben, auf dem Schatzberg, findet sich neben der alten Burgkapelle eine Erinnerungstafel, die darauf hinweist, dass Mechthild über Jahrhunderte hinweg auch bei Unwettern und Gewitter um Hilfe angerufen wurde. Noch heute pilgern die Dießener jedes Jahr am Sonntag vor Pfingsten dorthin, um Mechthilds Schutz vor Unwettern zu erbitten. Vermutet wird, dass der Mechthildis-Brunnen auf einer Kraftlinie liegt, die von Andechs aus zum Ammersee, dem Kloster Dießen bis hinauf zum Schatzberg verläuft. Das Queren der Kraftlinien, auf der sich außerdem der Jakobspilgerweg befindet, soll positive Auswirkungen auf Mensch und Tier haben. .
Die selige Mechthild, aus dem Grafenhaus derer zu Dießen, ab 1156 in Andechs-Meranien umbenannt, wurde im Kindeshalter den Chorfrauen von St. Stephan in Dießen zur Erziehung übergeben. Dort legte sie später ihr Gelübde ab und übernahm die Leitung des Konvents. Als sich einmal eine Klosterfrau durch einen spitzigen Gegenstand am Auge verletzte, soll diese wieder durch Gebete und Mechthilds Auflegen ihrer Hände geheilt worden sein. Mechthilds Biograph, der sie persönlich kannte, berichtete von weiteren wunderbaren Heilungen. So sollen laut Engelhard unter anderem ein „krüppelhaftes Grafenkind“, ein „besessenes Mädchen“ und ein „bresthafter Mann“ kuriert worden sein. Am 31. Mai 1160 verstarb Mechthild im Alter von 35 Jahren.