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Der selige Leybold

Breitbrunn – Wallfahrten entstehen, weil es entweder eine heilige Erscheinung gegeben hat, weil ein Gelübde getan wurde oder aber auch, wie die einstige Breitbrunner Wallfahrt, weil Ochsen keine Lust mehr hatten, weiter zu ziehen. Die Überlieferung der Wallfahrt handelt vom seligen Leypold, auch Leitgeb genannt, der in Breitbrunn begraben sein soll. „Er brachte sein Leben heiligmäßig zu, war viel auf Wall- und Pilgerfahrten und soll im nahe gelegenen Weiler Ellwang verstorben sein“, schreibt Gustl Empfenzeder in seiner Ammersee-Chronik. Bescheiden habe der Eremit gelebt, dessen Ziel es war, nur Gutes zu tun. Als nun die Stunde seines Todes nahte, befahl er, seinen Leichnam auf einen Wagen zu legen und zwei Ochsen davor zu spannen. Dort aber, wo die Ochsen stehen bleiben, dort wolle er auch begraben werden, soll Leypold angeordnet haben. Der Wagen kam nur bis Breitbrunn. Die Ochsen blieben stehen und waren durch nichts mehr zu bewegen, weiter zu gehen. Der Herr oder aber auch das Schicksal hatte entschieden. Breitbrunn wurde die Begräbnisstätte des Ellwanger Eremiten. Bald schon hieß es, der fromme Mann sei ein Abkömmling der Grafen von Dießen-Andechs. Was einen Ansturm an Wallfahrer an sein Grab auslöste. „Geradezu ein Ausbruch der Verehrung zu ihm war nach 1648 festzustellen. Pilgerscharen zogen nach Breitbrunn“, schreibt Empfenzeder. Unruhig geworden von der „vom Volk verursachten Verquickung der Andechser Grafen mit dem Verstorbenen“ beantragte dem Oberaltinger Pfarrer Johann Georg Faber beim bischöflichen Ordinariat in Augsburg, das Grab noch einmal zu öffnen. Am 4. August 1739 erfolgte unter Zeugen eine genaueste Untersuchung des Grabes. Doch selbst beim Sieben der Erde wurden weder Leichenreste noch Skelettteile gefunden. Jetzt wollte die Kirche nichts mehr von der Geschichte wissen und leistete erbitterten Widerstand. Dennoch blieb die Verehrung des seligen Leypold bis ins 19. Jahrhundert hinein erhalten. Verewigt ist er innerhalb der 28 selig oder heilig gesprochenen Andechser Grafen, die vom Deckengemälde der Klosterkirche in Dießen herunter schauen. Leypold sitzt bei der Wolfratshausener Sippschaft, mit Pilgerstab und Mönchskutte, neben seiner Mutter, der seligen Justitia, einer Wittelsbacher Gräfin. Uli Singer