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Christoph Probst - ein Widerstandskämpfer

Schondorf (31. Januar 2003) – Den Widerstandskämpfern im Dritten Reich wird in diesen Tagen besonders gedacht. Zum einen wurde vor 60 Jahren die „Weiße Rose“ aus der Taufe gehoben. Zum anderen wurden 1943 junge Leute wegen ihres Aufbegehrens gegen Hitlers Regime hingerichtet. Unter anderem Christoph Probst, nach dem das Gilchinger Gymnasium benannt ist und der in seiner Jugend viel Zeit am Ammersee verbrachte.
Geboren war Christoph Probst am 6. November 1919 in Murnau. Durch die frühe Trennung seiner Eltern wuchs er in den ersten Lebensjahren an verschiedenen Orten auf – mal bei der Mutter in Murnau, mal beim Vater in Oberstdorf und Ruhpolding und schließlich wieder bei seiner Mutter in Nürnberg-Wolkersdorf. Unter den Einfluss der Hitlerjugend geriet Christoph Probst erstmals in Marquartstein, wo er das Internat besuchte. Obwohl Mitglied der HJ begann er schon früh, dem Regime kritisch gegenüber zu stehen. 1935 wechselte Probst ans Neue Gymnasium München über und lernte dort auch seinen späteren Freund und Mitkämpfer Alexander Schmorell kennen. Er hatte zusammen mit den Geschwistern Scholl die Widerstandsbewegung „Weiße Rose“ ins Leben gerufen, der auch Probst angehörte. Doch bis es soweit war, verbrachte Probst eine zwar kurze, dennoch lehrreiche Zeit im Landschulerziehungsheim in Schondorf, wo er im April 1936 einzog.
Um nicht von den Aktivitäten ausgesperrt zu werden, musste er auch in Schondorf Mitglied der HJ werden. Was ihm immer mehr zur Last wurde: „Es ist wirklich eine Plage, das Landheimleben, kaum eine freie Minute, - meine Astronomiebücher liegen ganz unberührt da...“, hielt Probst in einem seiner vielen Briefe an Freunde und Verwandte fest. Seine schon von Beginn an kritische Haltung gegenüber dem Landheimleben mit all seinem Aktionismus führte schließlich zu einem inneren Rückzug und zu einer Distanzierung vom Nationalsozialismus mit der verzweifelten Forderung nach Freiheit und selbstbestimmten Leben.
Am 24. März 1937 wurde Probst das Reifezeugnis ausgehändigt und die Befähigung ausgesprochen, an die Hochschule überzutreten. In einer Beilage zum Reifezeugnis heißt es unter anderem: „...hat er tiefer als viele im Heim Wurzel gefasst und damit sein eigenes sowie unser Leben in vieler Beziehung erfreulich bereichert. Die Erwachsenen schätzten vom ersten Tage an sein vornehmes Wesen... Im Heimleben freilich trat er infolge seiner geringen Stosskraft und seines späten Eintritts weniger hervor.“
Probst begann in München Medizin zu studieren; Anfang 1943 nahm er aktiv am Widerstand seiner Freunde gegen das nationalsozialistische Regime teil. Angesichts der Niederlage von Stalingrad verfasste er für die „Weiße Rose“ ein Flugblatt, in dem er unmissverständlich zum Sturz der Diktatur Hitlers aufrief. Am 22. Februar 1943 wurde er zum Tode verurteilt und noch am gleichen Tage hingerichtet.
Am Freitag, 18. Februar findet im Christoph-Probst-Gymnasium in Gilching im Beisein von Bundestagspräsident Wolfgang Thierse eine Gedenkfeier statt. Quelle: „...damit Deutschland weiterlebt“, herausgegeben vom Gymnasium