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Als noch der Postomnibus...

Seefeld – Wartete man im Winter auf die Post, war es eine Glücksfrage, wann und ob sie überhaupt kam. Doch dies ist über hundert Jahre her. Damals gab es die so genannten Posthalter und für den Transport der wertvollen Fracht den Pferdeomnibus, der gleichzeitig auch Passagiere beförderte. In Seefeld erinnert die Steebstraße noch an den ersten Posthalter und Postexpetiteur der Gemeinde. Nach neun Jahren im Dienst starb Theodor Steeb 1879 im Alter von 49 Jahren. Ihm folgte Katharina Steeb, die die Nachfolge ihres verstorbenen Mannes angetreten hatte. Die Post wurde in Starnberg abgeholt und von Seefeld aus durch den Landpostboten bis nach Steinebach, Hochstadt und Weichselbaum ausgetragen. Dass es Katharina Steeb nicht leicht hatte, nebenher musste sie den Gasthof zur Post führen und sich um ihre Familie kümmern, davon zeugt ein Auszug aus dem Starnberger Beschwerdebuch: „Heute bei Beginn der Winterfahrordnung konnten wir wegen Nichteinreffens des Seefelder Omnibus…. Waren deshalb genötigt, eigens Fuhrwerk zu requidieren und ersuchen deshalb um gefällige Rückerstattung der uns dadurch erwachsenen Unkosten.“ Obwohl nicht überliefert, dürfte Katharina Steeb um ein empfindliches Bußgeld nicht herum gekommen sein.
Vor 120 Jahren fand eine Reformierung der Postlinie statt. Fortan fuhr der Seefelder Pferdeomnibus nicht mehr nach Starnberg, sondern nahm die Route Weßling, Oberpfaffenhofen und Unterbrunn mit Ziel Bahnhof Gauting. „Diese Ortschaften hatten weit mehr Einwohner als die an der Strecke nach Starnberg gelegenen und damit ein größeres Passagieraufkommen“, schreibt Leonhard Jahn in der kürzlich erschienenen Chronik „Oberalting – Beiträge zur Heimatgeschichte“.
Die Strecke nach Starnberg über Drößling, Perchting und Söcking hatte 1889 der Herrschinger Postomnibus übernommen. In den Verhandlungen über die geplante Pferdepostlinie Herrsching – Seefeld – Starnberg heißt es in den Postakten: „Die kgl. Posthalterin Katarina Steeb in Seefeld reflektierte auf diese Postverbindung nicht.“ Katharina Steeb starb im März 1893. In den Akten ist festgehalten: „Der Postexpeditions- und Poststalldienst in Seefeld, welcher in Folge Ablebens der Posthalterin Kath. Steeb in Erledigung gekommen ist, wird vom 16. Mai anfangend getrennt.“ Was bedeutete, dass künftig der Postexpeditionsdienst, der reine Brief- und Paketdienst, von Postbeamten in einem eigenen Postamt ausgeübt wurde. Der Poststall, von wo aus der Pferdeomnibus betrieben wurde, blieb weiterhin im Postgasthof. Die Posthalterstelle übernahm nach dem Tod der Posthalterin deren Sohn Theodor Steeb.