IMPRESSUM/LINKS Startseite
DLR Oberpfaffenhofen WELTWASSERTAG 2013 WELTWASSERTAG 2012 FEST DER VEREINE DIREKT BESTELLEN NEWS BUCHTIPPS SCHIWAGU WEGGEFÄHRTEN HISTORIE ULI SINGER POLLYTOUR HEIMATBUCH RÜCKSCHAU 2009 LINKS

125 Jahre Schifffahrt Ammersee

Stegen (Juni 2004) – Es ist fast auf den Tag genau 125 Jahre her, dass die fahrplanmäßige Schifffahrt auf dem Ammersee eröffnet wurde. Vom 1. Juni 1879 an wurden täglich von Stegen aus drei Fahrten angeboten. „Marie“, das erste Flaggschiff der Ammerseeflotte wurde nach der Königinmutter getauft und fasste 150 Personen. Das Fischerdorf Stegen, fortan Ziel vieler Ausflügler, blühte auf. Erst recht, als ein Jahr später mit der „Marie Therese“ über die Amper eine direkte Verbindung zum neuen Bahnhof Grafrath geschaffen wurde. „An manchen Sommerwochenenden fuhren so viele Münchner über Grafrath an den Ammersee, dass der Flussdampfer sogar Transportkähne in Schlepp nehmen musste“, schreibt Robert Volkmann in der neuen Ausgabe der Reihe „Vom Einbaum zum Dampfschiff – Der Ammersee“. Das Büchlein ist, wie berichtet, anlässlich 25 Jahre Förderverein Südbayerisches Schifffahrtsmuseum im April heraus gekommen.
Mit dem stets wachsenden Touristenansturm wuchsen auch die Begehrlichkeiten der an den Anlegestellen ansässigen Wirte, die laut Volkmann ihre Preise deutlich anhoben. „Eine Lokalzeitung hat die Wirte sogar diesbezüglich ermahnt und nach besserer Bedienung verlangt.“
Mit den so genannten Sommerfrischlern war jetzt auch das von Otmar Schreyegg 1890 am Stegener Berg erbaute Brauhaus gut ausgelastet. Nach dessen Eröffnung schrieb der Land- und Seebote: „…handelt es sich bei der neuen Brauerei um einen stattlichen Bau, der sowohl hinsichtlich seiner Größe und Schönheit, als wegen seiner herrlichen, den See und das Amperthal beherrschenden Lage, allgemein Bewunderung erregt“. Das Eis zur Kühlung der Ware im so genannten Sommerkeller holte man bereits im Winter aus dem Umkehrbecken der Amperschiffe. Es handelt sich dabei um die Fläche, die inzwischen zugekiest ist und heute den Ausflüglern und Schifffahrtsgästen als Parkplatz - schon bald sollen Parkgebühren eingeführt werden - dient.
Ein Fahrplan von 1895 (1. Juni bis 28. September) beweist, dass durchaus gute Verbindungen zwischen der Landeshauptstadt München und dem neuen Verkehrsknotenpunkt Stegen bestanden: Abfahrt München (mit der Bahn) 5.44 Uhr; Ankunft Grafrath 6.35 Uhr; Abfahrt Grafrath (mit dem Flussdampfer) 6.55 Uhr; Ankunft Stegen 7.20 Uhr. Von Stegen aus konnte man dann ab 7.25 Uhr eine Rundfahrt auf dem Ammersee machen. Der Service wurde bis sechs Uhr abends angeboten – bis auf wenige Ausnahmetage. Wurde vor der Eröffnung der fahrplanmäßigen Schifffahrt mit dem nicht ganz seetüchtigen Dampfer „Omnibus“ lediglich das Westufer angelaufen, fand erstmals mit der „Marie“ auch eine Verbindung zwischen Stegen und dem Ostufer statt. Anlaufstellen waren Herrsching, Fischen, Breitbrunn, Buch und Mühlfeld. Letztere galt als Aussteigeplatz für die zahlreichen Andechser Pilger.